Kann man in drei Tagen einen Fledermauskasten bauen, selbst bunte Nudeln herstellen, einen Aussichtsturm erklimmen und dabei ganz nebenbei jede Menge über die Natur lernen? Auf jeden Fall! Genau das erlebten Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 14 Jahren beim Outdoor-Workshop des djo-Landesverbands Sachsen-Anhalt in den Pfingstferien rund um Halle (Saale).
Von Anfang an wurde gehämmert, gesägt und gebaut. Auf dem Bauspielplatz entstanden mit viel Kreativität unter anderem eine Pizzaschaufel, ein Holzschwert und sogar ein Fledermauskasten. Zwischendurch blieb natürlich genug Zeit zum Toben: Ob Kletterparcours, Trampolin, Federball oder selbst gemachter Schleim – jede*r fand etwas, das Spaß machte.
Auch das gemeinsame Kochen gehörte zum Abenteuer. Zusammen wurde Gemüse geschnippelt, ein großer Kessel über dem Feuer befüllt und darin eine leckere Suppe gekocht. Schnell war klar: Selbst gemacht schmeckt einfach besser.
Dass Natur nicht nur zum Anschauen da ist, sondern auch zum Mitmachen, zeigte sich auf dem Kinderbauernhof in Stichelsdorf. Dort wurden verschiedene Tiere entdeckt, gefüttert und – wenn sie es wollten – auch gestreichelt. Beim Gärtnern packten alle mit an: Hochbeete wurden mit Kompost befüllt und auf dem Acker Hafer für das nächste Jahr ausgesät. Da kommt man ganz schön ins Schwitzen, beim Umgraben!
Die ersehnte Stärkung ließ nicht lange auf sich warten. Frisch zubereitete Bandnudeln in Rot, Grün und Gelb – gefärbt mit Roter Bete, Spinat und Kurkuma – kamen direkt aus der Nudelmaschine auf den Teller. Dazu gab es eine Soße aus frisch geerntetem Mangold. Regionaler und frischer geht es kaum.
Ein weiteres Highlight war die Wanderung durch die Dölauer Heide. Beim Waldbingo wurden Pflanzen und Bäume entdeckt, Wettbewerbe im Zapfen-Weitwurf ausgetragen und darüber diskutiert, ob ein „Winterbaum” wohl als Baumart zählt. Das Waldquiz offenbarte spannende Naturfakten – zum Beispiel, dass Schnecken bis zu drei Jahre am Stück schlafen können. Ein Naturfan wusste das tatsächlich schon ganz genau.
Wer den Aussichtsturm erklomm, wurde mit einem tollen Blick über Halle belohnt – das ermutigte sogar diejenigen mit etwas Höhenangst, sich zu überwinden. Das anschließende Picknick mitten im Wald machte den Ausflug perfekt.
Zum Abschluss wurde es noch einmal richtig spannend: Beim Fledermaus-Motte-Spiel versuchten die Teilnehmer*innen, sich wie Fledermäuse nur mithilfe von Geräuschen zu orientieren. Ohne zu sehen ein Ziel zu finden, ist gar nicht so leicht – sorgte aber für jede Menge Gelächter.
Als djo-Landesverband Sachsen-Anhalt möchten wir jungen Menschen – mit und ohne Migrationsgeschichte – die Möglichkeit geben, sich einzubringen, Neues auszuprobieren und Gemeinschaft zu erleben. Deshalb wurde auch unser Abenteuer Natur Pfingstferienprogramm mehrsprachig durchgeführt. Sprachmittler*innen unterstützten bei Bedarf, damit alle mitmachen und sich wohlfühlen können.
Besonders schön war, dass alle jungen Menschen unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten dabei sein konnten. Das Paten*Patinnennschaftsprogramm „Menschen stärken Menschen“ macht genau solche Begegnungen möglich und unterstützt die Teilnahme an Bildungsangeboten wie diesem. So entstehen neue Freund*innenschaften, gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen, die weit über die drei Workshop-Tage hinaus wirken.
Am Ende blieb vor allem eines hängen: Natur wird dann richtig spannend, wenn man sie selbst erleben darf. Ob beim Werkeln, Gärtnern, Kochen oder Spielen – überall waren Neugier, Teamgeist und Kreativität gefragt. Trotz sommerlicher Temperaturen war die Stimmung durchgehend entspannt und fröhlich. Vielleicht liegt das genau daran, dass die Natur den besten Spielplatz überhaupt bietet: viel Platz zum Ausprobieren, Entdecken und gemeinsam eine gute Zeit zu haben.
Gefördert wurde das Ferienprogramm durch das Landesamt für Soziales, Jugend und Gesundheit Sachsen-Anhalt sowie durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Paten*Patinnenschaftsprogramms „Menschen stärken Menschen“.*
Autorin: Ilka Horn, Jugendbildungsreferentin beim djo-Landesverband Sachsen-Anhalt
Fotocredits: djo-Landesverband Sachsen-Anhalt
