Ein jugendpolitisches Forum über Sprachlosigkeit und das Entwickeln von gemeinsamen Utopien
Im November 2025 war es wieder soweit: Der djo-Bundesverband hat in Berlin mit dem Forum „Jugend > Migration > Zukunft III“ ein wichtiges Zeichen gesetzt. Zum dritten Mal trafen wir uns, um an der Schnittstelle von Jugend- und Migrationspolitik nicht nur zuzuhören, sondern aktiv zu werden.
Rund 80 junge Engagierte, mit Verbündeten aus Wissenschaft, Verwaltung und der (post)migrantischen Zivilgesellschaft, kamen am 27. November 2025 zusammen, um Wege zu mehr Solidarität und Differenzierungsfähigkeit in polarisierten Zeiten zu diskutieren. Gemeinsam versuchten wir herauszufinden: Wie bewahren wir unsere Empathie, wenn die Welt um uns herum laut wird? Und wie gehen wir konstruktiv mit Sprachlosigkeit und Überforderung um? Die Resonanz war riesig, und eines wurde deutlich: Wir sind nicht allein mit diesen Fragen, und wir haben viel Kraft, sie gemeinsam anzugehen.
Begleitend zur Veranstaltung wurde am Veranstaltungsort die Ausstellung „Vom Rollbergkiez in die Welt – Starke Frauen für das Weltklima“ des Instituts für Konkrete Utopien gezeigt, die anschaulich verdeutlichte, wie Visionen gesellschaftlicher Veränderung bereits heute Gestalt annehmen können. Den inhaltlichen Auftakt bildete eine Keynote von Tahsin Mirza, die das Publikum gleichermaßen zum Lachen brachte und uns dazu anregte, Humor als Form des Widerstands zu verstehen. Das Moderations-Tandem Arian Darat (Ayande e.V.) und Clara Drammeh führte mit großer Sensibilität durch das Programm und schuf einen passenden Rahmen für offenen Austausch, Reflexion und die Entwicklung neuer Perspektiven, die danach entstanden.
Neben dem intensiven gegenseitigen Kennenlernen bildeten insbesondere die zwölf sogenannten „Story Circles“ einen Höhepunkt von „Jugend > Migration > Zukunft“. Moderiert von jungen Engagierten aus (post)migrantischen Organisationen eröffneten sie den Teilnehmenden persönliche Einblicke in diverse Lebensrealitäten und förderten einen vertrauensvollen Dialog. Auch die Self-Care-Intervention von Helen Workneh verdeutlichte die Bedeutung von Selbstfürsorge in Zeiten von gesellschaftlichen Herausforderungen und Krisen.
Das Forum war aber nicht nur zum Zuhören da, denn an verschiedenen kreativen Stationen konnten die Teilnehmenden selbst Hand anlegen. Ob mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz, um Utopien zu entwerfen, beim Gestalten von „Realen Utopien“ oder in tiefgehenden, moderierten Gesprächen über die Zukunft: Es ging darum, eigene Handlungsspielräume zu entdecken. Diese Formate zeigten: Die Zukunft ist kein festgeschriebenes Schicksal, sondern etwas, das wir gemeinsam formen können. Die Ideen, die dort entstanden, sollen keine abstrakten Gedankenexperimente bleiben, sondern echte Impulse für den Alltag liefern. Als Abschluss nahmen alle ein kleines Prisma mit nach Hause, ein „Utopie to go“ sozusagen. Dieses Symbol sollte daran erinnern, die neuen Einsichten und Visionen nicht im Refugio Berlin zu lassen, sondern sie aktiv in den eigenen Alltag zu tragen und dort weiter zu gestalten.
Die Anwesenheit von Abgeordneten aller demokratischen Fraktionen des Deutschen Bundestages – Hakan Demir (SPD), Misbah Khan (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Hülya Düber (CSU) und Mareike Hermeier (Die Linke) – hat die politische Relevanz des Forums unterstrichen. Im direkten Austausch mit den Teilnehmenden entstanden wertvolle Gespräche und neue Kontakte. Besonders hervorgehoben wurde von vielen die wertschätzende und offene Atmosphäre, die Raum für mutige, solidarische Diskussionen bot. Es wurde deutlich, wie wichtig und stärkend solche Räume sind, in denen man aufmerksam zuhört, Unterschiede aushält und sich gemeinsam für die Rechte junger Menschen einsetzt.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden für eure wichtigen Impulse und freuen uns schon darauf, euch bald bei der vierten Runde des jugendpolitischen Forums wiederzusehen!
Nicole Schmidt
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
djo – Deutsche Jugend in Europa, Bundesverband e.V.
Alle inhaltlichen Ergebnisse des jugendpolitischen Forums können hier eingesehen werden: https://padlet.com/zoom3_17/jugend-migration-zukunft-iii-srcpvq0gwm03uehe
Die vierte Runde des jugendpolitischen Forums „Jugend > Migration > Zukunft“ wird am 8. Oktober 2026 im bUm Berlin stattfinden.
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