Revanchismus & Rechte Strömungen in der DJO

Die DJO – Deutsche Jugend in Europa verstand sich seit ihrer Gründung als überparteilicher und überkonfessioneller Zusammenschluss verschiedener Gruppen. Sie bekannte sich zu den Werten des Deutschen Grundgesetzes und passte sich in den Neuausrichtungen der 1970er, 1990er und 2000er Jahre den gesellschaftlichen Veränderungen an und entwickelte sich mit der Zeit.

Jubelnde DJOler_innen schwenken ihre Fahnen

Dennoch gab es besonders in der Zeit vor 1974 Kritik an dem Verband und dem Auftreten seiner Mitglieder, denen rechte und rechtsextreme Tendenzen vorgeworfen wurden. Bereits in den frühen 1950ern erntete die damalige Deutsche Jugend des Ostens Kritik für Fanfarenzüge und uniformierte Auftritte, die bei vielen Betrachtenden, aber auch bei den Verbandsmitgliedern selbst militärische Assoziationen weckten. Die Erfahrungen aus der Hitlerjugend waren zu dieser Zeit noch sehr präsent und das äußere Erscheinungsbild der DJO erinnerte durchaus an das der Nachwuchsorganisation der Nationalsozialisten, auch wenn sich die DJO-Jugendgruppen mehr in der Tradition der Bündischen Jugend sahen, die der NS-Zeit vorausgegangen war.

Jubelnde DJOler_innen schwenken ihre Fahnen

Auch das Verbandsabzeichen, bestehend aus einer abgewandelten altnordischen Rune, einem Kreis als Zeichen für Einheit und Verbundenheit und einem Pfeil gen Osten erinnerte bis zu seiner Änderung 1974 an Symbolik, die auch von NS-Organisationen und nach dem Krieg von neonazistischen Vereinigungen wie der Wiking-Jugend verwendet wurden.

Die Forderung nach der Rückkehr in die ehemaligen Heimatgebiete, die hohe Bedeutung von Abstammung und angestammter Heimat, also Blut und Boden, sowie die Vorstellung von naturgegebenen Völkern als Basis allen menschlichen Zusammenlebens waren kurz nach dem Krieg in der Gesellschaft der Bundesrepublik noch konsensfähig, wurden aber im Laufe der Zeit immer mehr als reaktionär und rechts eingestuft und schließlich von der Mehrheit der Deutschen nicht mehr getragen. Dieser Wandel der öffentlichen Meinung vollzog sich auch in der DJO – Deutsche Jugend in Europa, allerdings nicht bei allen Mitgliedern im gleichen Maße. Das Auftreten der konservativen oder sogar rechts gesinnten Mitglieder wurde allerdings nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch innerhalb des Verbandes immer mehr als untragbar eingestuft.

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