„Interkulturelle Öffnung“ – die 2000er

Zahlreiche Wanderungsbewegungen verschiedenster Ursachen haben die Bundesrepublik seit Beginn ihrer Geschichte zu einem Einwanderungsland gemacht. Viele Menschen in Deutschland haben eine persönliche oder familiäre Zuwanderungsgeschichte, sei es als sogenannte „Gastarbeiter_innen“ in den 1950er bis 1970er Jahren, als Asylsuchende oder mit anderen Zuwanderungsgründen. Ende der 1990er Jahre stellte der Bundesvorstand der djo – Deutsche Jugend in Europa fest, dass die Öffnung des Verbandes für Jugendliche aus diesen Gruppen sinnvoll wäre.

Jubelnde DJOler_innen schwenken ihre Fahnen
Jubelnde DJOler_innen schwenken ihre Fahnen

So könne der große Erfahrungsschatz der djo in der integrativen Jugendarbeit und der Anleitung zu Selbstorganisation und politischer Partizipation unter Wahrung eigener kultureller Identitäten erneut einer großen Zahl Jugendlicher zugutekommen. Unter dem Namen „Migrant_innenjugendselbstorganisationen“ (MJSO) traten ab 2000 neue Gruppen der djo – Deutsche Jugend in Europa bei und bereicherten den Verband mit neuen Geschichten und Traditionen. Inzwischen sind vier bundesweit aktive MJSO ordentliche Mitglieder der djo. Auf den Landesebenen gibt es weitere kleinere Gruppen und Initiativen.

Die djo – Deutsche Jugend in Europa warb in der Bundespolitik für die Anerkennung des gesellschaftlichen Engagements der MJSO. Um deren Arbeit und Organisation auf eine sichere finanzielle Basis zu stellten, konnte 2018 eine Erhöhung der strukturellen Förderung erreicht werden. Diese Gelder kommen dem Aufbau verlässlicher und nachhaltiger Strukturen zugute, um neue junge Menschen für den Verband zu gewinnen, die wiederum Verantwortung für gemeinnützige und gesellschaftliche Aufgaben übernehmen und dadurch Partizipationsmöglichkeiten haben.

Bis dahin wurden kleinere Verbände, zu denen die MJSO zählen, nur mit Förderung für einzelne Projekte unterstützt. Damit war es schwer, Kontinuität in der Arbeit zu schaffen und die MJSO zu stärken und weiter aufzubauen. Durch eine strukturelle und damit dauerhafte Förderung konnte sich die Arbeit der MJSO professionalisieren und die Verbände mit ihrer Arbeit mehr Jugendliche erreichen.

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