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15. Februar 2022
Unsere große Jubiläumsfeier

70 Jahre djo – Deutsche Jugend in Europa, ein echter Grund zu feiern! Neben unserem bereits stattgefundenen digitalen Fest im April konnten wir nun, trotz Pandemiezeiten, am 9. Oktober analog im Centre Français in Berlin zusammenkommen, um miteinander zu feiern, zu lachen, in Erinnerungen zu schwelgen und uns auszutauschen.

Nach dem Einlass und einer kleinen Stärkung mit Kaffee, Kuchen und französischem Gebäck begann schon bald der offizielle Teil unserer Jubiläumsfeierlichkeiten. Dazu fanden wir uns im Kinosaal des Centre Français ein, der für unsere knapp 140 Gäste genügend Platz (und vor allem freie Plätze zum Abstand halten) bot und eine besondere Stimmung kreierte.

Feierliche Worte von unserer Vorstandsvorsitzenden Hetav Tek

Voller Vorfreude auf das „Jubiläumsprogramm“, durch das wir von der Moderatorin Katharina Linnepe geleitet wurden, lauschten wir den einleitenden Worten unserer Vorstandsvorsitzenden Hetav Tek, die in ihrer Rede einen Umriss von 70 Jahren djo-Geschichte gab, aber auch einen Blick in die Zukunft wagte, in der „alle Erinnerungen in unserer Gesellschaft ihren Platz haben, gewürdigt werden und ihren Beitrag zur Versöhnung leisten.“

Anschließend sahen wir einen Teil der Arbeitsergebnisse der djo-Jugendkonferenz, die sich mit dem Thema „Erinnerungskultur in der Migrationsgesellschaft“ beschäftigte und zuvor stattgefunden hatte.

„Theater der Unterdrückten“ ein Ergebnis aus der Jugendkonferenz

Das Theater der Unterdrückten ist eine Methode zur Transformation der Realität, begründet vom brasilianischen Theaterregisseur Augusto Boal. Die Teilnehmer_innen des Workshops „Wie erinnere ich? Kollektiv erinnern im Theater der Unterdrückten“ teilten ihre Arbeit der djo-Jugendkonferenz und zeigten uns exemplarisch, mit welchen Konflikten und Herausforderungen Geflüchtete zusammen mit ihrem Paket voller Erinnerungen in der heutigen Zeit konfrontiert werden und welch eine große Herausforderung auf der anderen Seite die Integration darstellt. Ein wichtiges und zentrales Thema, dem sich die djo – Deutsche Jugend in Europa seit ihrer Gründung 1951 annimmt.

Wir lassen Erinnerungskultur im Dialog entstehen im „Dialogforum“

„1951 müsst ihr euch vorstellen, da gab es keine Jugendhäuser oder Jugendräume, da gab es nur Ruinen und es gab ein paar Orte wie Gaststätten, die noch einen Nebenraum hatten, in denen es möglich war, dass man Gruppenstunden abgehalten hat“, so beschrieb Hermann Kinzel, djo-Mitglied seit 1951, die Anfänge der damals noch bezeichneten djo-Deutsche Jugend des Ostens und eröffnet damit die Podiumsdiskussion unserer Jubiläumsfeier. Welche Menschen haben unseren Verband geprägt, und wie hat wiederum der Verband ihre Biografien geprägt? Neben Hermann Kinzel beantworten Birgit Unfug (kam mit 11 Jahren zum Verband und verbrachte dort einen Teil ihrer Kindheit und Jugend), Mohammad Mohammad (Projektmitarbeiter im djo-Landesverband Sachsen, kam vor 5 Jahren nach Deutschland) und Susanne Koch (Geschäftsführerin des djo-Landesverbands NRW) genau diese Fragen und berichten über ihre langjährige Erfahrungen mit der djo – Deutschen Jugend in Europa von 1951 bis heute. Alle wurden von dem Verband geprägt und haben über die Jahre ihren ganz persönlichen Zugang und Weg gefunden, sich für die djo – Deutsche Jugend in Europa zu engagieren. „Es ist faszinierend und schön und wirklich berührend, wie doch über die Jahre dieses Gefühl des Ankommens bei der djo bleibt. Man sucht Freunde, man sucht etwas Gemeinsames […] man sucht offene Menschen, die einen aufnehmen, egal mit welchem Hintergrund.“, sagte Irina Zhukovskyy, Stellvertretende djo‑Bundesvorsitzende.

Klänge des Chors „Singasylum“

Nach einer angeregten Diskussionsrunde durften wir abschließend den Klängen des Chors „Singasylum“ lauschen. Dieser wurde 2016 von jungen Studierenden als Antwort auf die Pegidademonstrationen in Dresden gegründet und bringt seither Menschen aus aller Welt zum wöchentlichen Singen zusammen. Eine Zugabe des djo-Klassikers „Lambadina“ durfte natürlich nicht fehlen!

 „Raum zum Erinnern“

Im Anschluss stärkten wir uns am reichlich gedeckten Buffet und gingen in den persönlichen Austausch. Im „Raum zum Erinnern“ konnten wir in Erinnerungen schwelgen, Bilder aus den letzten 70 Jahren des Verbands betrachten, uns über vergangene, aktuelle und kommende Projekte der djo – Deutsche Jugend in Europa informieren und auch selbst kreativ tätig werden. In der „Erinnerungsecke“ blickten Hans-Peter Germann (djo-Mitglied seit 1958) und Hermann Kinzel zurück auf 70 Jahre Verbandsgeschichte, teilten ihre Erinnerungen und luden zum Gespräch ein.

Den Abend haben wir mit DJane L_Sa (Elsa) vom djo-LV Sachsen ausklingen lassen. Elsa hat den Abend musikalisch begleitet und den Gästen in einem Workshop gezeigt, wie sie selbst auflegen können. Unsere Gäste waren herzlich eingeladen Musikwünsche beizusteuern und so wurde zu Liedern aus verschiedenen Verbänden, Generationen und Heimatländern getanzt.

 

Wir blicken zurück auf 70 Jahre djo-Geschichte und eine gelungene Jubiläumsfeier mit vielen persönlichen Erinnerungen und neuen Eindrücken. „Wenn ich an all die ehren- sowie hauptamtlichen Engagierten des Verbandes oder an die Teilnehmenden der Jugendkonferenz denke, dann weiß ich, dass die djo – Deutsche Jugend in Europa ihren Beitrag für eine diverse, offene und tolerante Gesellschaft leisten wird“, so Hetav Tek. In diesem Sinne: Auf die nächsten 70 Jahre!

 

Judith Sander 

Öffentlichkeitsarbeit

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